Unternehmerstammtisch in der Bank

Es war das erste Mal, dass ein „Laimer Unternehmerstammtisch“ nicht in Laim stattfand, diesmal traf sich das Gremium im Business Auditorium der „Bankhaus August Lenz & Co. AG“ in Bogenhausen. Rund 30 Interessenten waren der Einladung zum Stammtisch gefolgt und nach der Begrüßung durch Gunnar Piroch erwarteten die natürlich zurecht fundierte Finanzinformationen aus erster Hand.

Nein, Griechenland und Eurokrise waren kein Thema bei dem Zusammentreffen, Bankdirektor Jochen Werne beleuchtete vielmehr die aktuelle globale Wirtschafts- und Marktsituation und reflektierte die sich daraus ergebenden Veränderungen für das Bankwesen insgesamt.

Jürgen Herold vom Bankhaus Lenz hatte Zahlen und Fakten parat, mit denen er die beispiellose Erfolgsgeschichte des seit 2001 zur Mediolanum Banking Group gehörenden Instituts untermauern konnte. Ganz gleich, ob klassisches Banking, Finanzdienstleistungen, Investmentlösungen oder Vorsorgestrategien – die Bank überzeugt mit innovativen Konzepten, die alle eines gemeinsam haben: Der Bankkunde steht Fokus aller Bemühungen. Eine fundierte Beratung, hervorragende Kenntnis der verschiedenen Finanzprodukte und Anlagestrategien sichern Erträge und Verzinsungen, bei deren Nennung einige der Stammtisch-Teilnehmer in Grübeln gerieten.

Anschließend standen Gunnar Piroch und Jürgen Herold für individuelle Fragen zur Verfügung. Bei gutem Essen, gutem Wein und mit lockerem Netzwerken ging der Abend langsam zu Ende, viele Visitenkarten wechselten den Besitzer. Neben vielen bekannten waren auch wieder viele neue Gesichter beim Stammtisch anwesend, die Vertreter ganz unterschiedliche Branchen in interessante Gespräche vertieft.

Der Unternehmerstammtisch Laim bedankt sich herzlich beim Bankhaus Lenz für die Ausrichtung des Zusammentreffens.

Der nächste Stammtisch findet am 28.Juni statt, dieses Mal dann wieder im WEIN.GUT in der Camerloherstraße in Laim, die Einladungen dazu gehen rechtzeitig raus.

Keine Rentenversicherungspflicht für Selbständige!

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen plant eine Rentenversicherungspflicht für Selbstständige. Die entsprechenden Beiträge werden insbesondere Klein- und Kleinstunternehmer in den Ruin treiben, befürchten Fachverbände und Kammern. Zwar sollen Selbstständige über ihre Altersvorsorge frei entscheiden können. Im Zweifelsfall sollen sie jedoch gezwungen werden, der gesetzlichen Rentenversicherung beitreten, die bekanntlich auf dem letzten Loch pfeift und jährlich mit Steuermilliarden gestützt werden muss. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Mittlerweile gibt es eine Petition beim Deutschen Bundestag gegen das Vorhaben der Arbeitsministerin. Hier kann gezeichnet werden.

Erfolgreiche Büroorganisation

In unserem Seminar Erfolgreiche Büroorganisation sind noch einige Plätze frei:

Eine funktionstüchtige Verwaltung ist sowohl für die Leitung als auch für die Mitarbeiter/-innen eine große Entlastung. Für die vielfältigen Aufgaben der Verwaltungskraft bietet dieses zweitägige Seminar umfangreiche Tipps. Die praxiserprobten Arbeitshilfen können Sie direkt in Ihrem Büro verwenden.

Mehr Infos auf unserer Webseite unter http://ebw-muenchen.de/artikel/666/erfolgreiche-bueroorganisation-10-11-08

Termin: Do/Fr 10./11.5.2012,  9.30 – 17.00 Uhr

Referentin: Ingeborg Deseive, Dipl.-Soz.päd. (FH), Kauffrau für Spedition und Logistikleistung, Entspannungstrainerin

Kosten: € 180,- (ermäßigt für Teilnehmer/-innen aus Mitgliedseinrichtungen des ebw € 120,-)

Anmeldung direkt an Evang. Bildungswerk München e.V., Herzog-Wilhelm-Str. 24, 80331 München, Tel. 089-55 25 800, Mail: service@ebw-muenchen.de

Emotionale Akzeptanz und Usability – Sabine Haag beim 30. Unternehmerstammtisch in Laim

Warum sind manche Werbemittel erfolgreicher als andere? Es könnte daran liegen, dass – mal ganz unabhängig vom Produkt – die Zielgruppe emotional überzeugend angesprochen wurde und die entsprechenden Informationen intuitiv und schnell erreichbar waren.

Emotion ist ein Teil der Gesamtinformation – so die These von Sabine Haag beim 30. Unternehmerstammtisch in Laim und recht hat sie allemal: Was wäre die Zirkusnummer ohne Trommelwirbel, der Vampir ohne Nacht und Vollmond? Anhand einfacher Grafiken erläuterte Sabine Haag, welche Bedeutung die emotionale Akzeptanz bei Werbemitteln/Webseiten hat und wie man Emotionen mittels guter Usability (Gebrauchstauglichkeit) richtig zugänglich macht, transportiert und „rüberbringt“. Und im Idealfall natürlich den „Haben will“-Kick beim potenziellen Kunden auslöst.

Denn oft ist es doch so: Der Besucher hat Suchmaschinen konsultiert und landet auf der Seite seines Vertrauens, hat also den ersten Schritt bereits getan – steht gewissermaßen schon im Laden. Anstatt diesen Kunden willkommen zu heißen, bei der Hand zu nehmen und zu den angefragten Informationen/Produkten zu führen, vergraulen viele Unternehmen ihre Besucher bereits auf der Startseite – mit irrelevanten Werbesprech, Navigationschaos und schwer zu durchschauenden Strukturen.

Fazit: Behandeln Sie Ihre Besucher so, wie Sie selbst behandelt werden möchten, bieten Sie Ihren Usern eine „erlebte Nutzungsqualität“ – nicht umsonst zählen Unternehmen, die diese Grundsätze beherzigen zu den erfolgreichsten der Welt.

Und natürlich lässt sich das Ganze auch auf Werbemittel im Printbereich projezieren.

Die Folien zum Vortrag können Sie wie gewohnt auf der Homepage des Unternehmerstammtisches Laim herunterladen.

Stefan Grün beim 29. Unternehmerstammtisch in Laim

Warum einfach, wenn’s auch umständlich geht. So agieren viele Anwender bei der Arbeit mit gängigen Office-Tools wie Excel, Access und Word. Die Standard-Software von Microsoft besteht nun einmal aus hochkomplexen Bürowerkzeugen, nur verwenden die meisten User gerade mal 10 Prozent der gebotenen Möglichkeiten.

Das war der Einstieg für Stefan Grün von TAGWORX.NET beim 29. Unternehmerstammtisch in Laim, der die Besucher in den Umgang mit der Bürosuite einführte. Denn die Redmonder haben sich bei den letzten Office-Versionen was gedacht und die Software merklich verbessert, viele früher versteckte Funktionen sind nur über die prominente Bedienleiste abrufbar. Komplexe Berechnungen und Pivot-Auswertungen mit Excel, mächtige Datenbankanwendungen mit Access, makrogesteuerte  Drucksachenerstellung mit Word – was sich kompliziert anhört, ist gar nicht so schwer umzusetzen, wenn man ein paar Handgriffe kennt und ein paar Regeln beachtet. Stefan Grün zeigte praxisbezogen am Beispiel konkreter Kundenprojekte, was mit Word, Excel und Co. möglich ist, schon mit wenigen Mausklicks kann man sich als Office-Nutzer komplexe Anwendungen zusammenbauen. Selbst Büroprofis konnten noch einige Tipps vom Unternehmerstammtisch mit nach Hause nehmen.

Soviel Information macht Hunger, das Speisezimmer hatte mit Kürbis-/Pilzcremesuppe und Quiche vorgesorgt, vom WEIN.GUT gab es einen kräftigen Muskatwein und einen tiefroten Merlot. Und noch bis spät in den Abend waren die Laimer Stammtischler in Diskussionen vertieft – eben Netzwerken wie es sein soll.

Social Media Praxis am 16. April in München

Google Media, Facebook & Co. für die Medienkommunikation 2012
Top-Referenten auf pressetext-Tour: Wunschel und Ehlers
 
 
Der Social-Media-Boom setzt sich 2012 mit unverminderter Dynamik fort. Neben Facebook sind die Google-Services stark im Kommen, Blogs feiern ein Revival und Twitter ebenso wie YouTube legen weiter kräftig zu. Die Nachrichtenagentur pressetext trägt den Trend-Prognosen Rechnung und macht mit ihrem beliebten Workshop „Social Media Praxis“ wieder in München, am 16. April 2012. Anschließend geht es nach Regensburg, Nürnberg und Würzburg.

Der eintägige Workshop gibt einen Überblick über die gängigen Social Media Tools und Plattformen und zeigt anhand von Beispielen, wie Community Magement in der Praxis funktioniert. Wo und wann macht es Sinn, wo nicht? Wie wird eine Social Media Strategie aufgebaut, in welchem organisatorischen Umfeld muss sie realisiert werden? Welche Auswirkungen sind auf die Unternehmenskultur zu erwarten, und wie funktioniert professionelles Monitoring.

Dies und noch viel mehr steht im Mittelpunkt des Praxisworkshops mit den bekannten Social Media Trainern Michael Ehlers und Alex Wunschel, die mit den Trends für die Unternehmenskommunikation 2.0 am Puls der Zeit stehen. Die Organisation steht unter der bewährten Leitung von PR-Consulter Wilfried Seywald, der auf das Thema Chefsache Social Media – Relations und Communications – setzt. Jetzt gleich buchen: Social Media Praxis IV

Oberbayerisches Wissensforum 2012

Sechstes Oberbayerisches Wissensforum: Nur geteiltes Wissen ist auch gut für unser Gemeinwesen Internationale Spitzenredner begeistern mehr als 1.000 Zuschauer

Rosenheim / Stuttgart. Mehr als 1.000 Zuschauer folgten dem Ruf Europas größter Referentenagentur und kamen zum sechsten Oberbayerischen Wissensforum. „Ausverkauft“ konnte denn auch Alexander Schungl namens des Veranstalters vermelden. Unter anderem begeisterten die Paris-Dakar-Gewinnerin Jutta Kleinschmidt und der Sport- und Unternehmensmanager Reiner Calmund die Zuhörer mit wertvollen Business-Impulsen. Das Rosenheimer Ku’Ko hat sich als Veranstaltungsort des Bildungsevents bewährt.

„Das war eine abwechslungsreiche Veranstaltung mit interessanten Themen, die witzig und unterhaltsam präsentiert wurden“, resümiert Dr. Markus Weingärtner. Als Bildungsexperte der IHK München und Oberbayern und Aktivposten der heimischen Wirtschaftsjunioren hat er das Wissensforum als Kooperationspartner begleitet. Auch der Infostand im Foyer habe sich gelohnt. Die Wirtschaftsjunioren hätten Aufmerksamkeit erzielen und viele aufgeschlossene und interessierte Menschen erreichen können.

Das findet auch der Münchener Unternehmensberater und Wirtschaftsmediator Bernhard Schindler. Sein Fazit: „Das waren wichtige Impulse für das tägliche Business.“ Er werde sicher auch einen der Vortragsredner des Wissensforums für seine Firma buchen. Insofern komme zum Know-how-Transfer auch der Casting-Charakter der Veranstaltung. Wo sonst könne man mehrere Spitzenredner an nur einem Tag anhören, fragt er.

Eröffnet wurde das sechste Oberbayerische Wissensforum von Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer und dem Vizepräsidenten der Hochschule Rosenheim Prof. Dr. Eckhard Lachmann. Berufliche Weiterbildung habe ihren Wert und sei unerlässlich für eine erfolgreiche Wirtschaft, stellten beide übereinstimmend fest. „Nur geteiltes Wissen ist auch gut für unser Gemeinwesen“, so Bauer. Das Wissensforum leiste hier einen erheblichen Beitrag.
Am 8. März 2013 findet das siebte Oberbayerische Wissensforum statt – wieder im Ku’Ko in Rosenheim.
 
Weitere Informationen gibt es unter www.speakers-excellence.de.

Hintergrund

SPEAKERS EXCELLENCE – die Referentenagentur für Ihren Erfolg

Speakers Excellence wurde im Jahr 2002 durch den Weiterbildungs- und Eventexperten Gerd Kulhavy gegründet und ist heute mit 25 Mitarbeitern die führende Redner-, Trainer- und Referentenagentur im deutschsprachigen Raum. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Stuttgart ist Herausgeber des Top 100 Excellent Speakers Katalogs – dem Leitwerk für die Buchung professioneller Vortragsredner aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Bildung und Sport. Unter dem Motto „Menschen begeistern – Unternehmen aktivieren“ hat Speakers Excellence den Anspruch, die innovativsten und professionellsten Redner und Trainer an Unternehmen verschiedener Branchen zu vermitteln. Neben dem Top 100 Speakers Excellence Katalog ist das Unternehmen auch Herausgeber des Top 100 Excellent Trainers Katalogs sowie der  Online-Experten-Portale Trainers Excellence und redner24.de. Zusätzlich zur eigentlichen Vermittlung begleitet die Referentenagentur Redner und Trainer durch umfassendes Marketing auf ihrem persönlichen Weg zur unverwechselbaren Marke und macht sie so erfolgreich auf dem deutschsprachigen Weiterbildungsmarkt. Speakers Excellence ist auch Veranstalter der renommierten Wissensforen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Unternehmen setzt auf höchste Qualitätsansprüche und ist eingebunden in ein spezialisiertes und erfolgsorientiertes Beziehungsnetzwerk. Speakers Excellence ist Mitglied der International Association of Speakers Bureaus (IASB) und wurde im Jahr 2005 mit dem Deutschen Marketingpreis als „Deutschlands beste Referentenagentur für innovative Unternehmensaktivierung“ ausgezeichnet.

Weitere Informationen über die vielfältigen Leistungen und Angebote gibt es unter www.speakers-excellence.de.

©Spreeforum International GmbH

Emotion im Internet

Am Donnerstag, den 16.02.2012 fanden in der Veranstaltungsreihe „netzblicke“ der IHK München 2 Fachvorträge statt: 1. Videos speziell für kleine und mittlere Unternehmen, ein Vortrag von Stefan Huber von der www.infotainweb.de. Er zeigte den Video-Einsatz als Werbe- und PR-Mittel.

Der 2. Vortrag befasste sich mit „Usability und emotionaler Akzeptanz“ von Sabine Haag, HAAG Kommunikationsdesign. Hier ging es um das Erschaffen einer wünschenswerten Wirkung durch gute Nutzerführung, visuelle Gestaltung und emotionale Akzeptanz bei Webseiten.

Auf der Seite von „netzblicke“ finden Sie die Informationen zu diesem Veranstaltungsabend: www.muenchen.ihk.de

Für Unternehmen und deren Internetpräsenz ist emotionale Akzeptanz beim Besucher ein Qualitätsmerkmal. Dabei spielen Wahrnehmung und Anmutung eine entscheidende Rolle. Webseitengestaltung schafft mit (bewegten) Bildern eine wünschenswerte emotionale Wirkung und beeinflusst die Bereitschaft der Besucher im Dialog zu bleiben.

Die Einhaltung von Usabilitygrundsätzen und -regeln ist hier die Basis für intuitive Nutzung. Videos können dazu in erheblichem Maße beitragen. Die Kombination von Benutzerfreundlichkeit und dem richtigen „Look and Feel“ führt im Idealfall zu einem „haben-will“.

Wir sind gerade dabei, diesen Vortrag auch für die Mitglieder des Unternehmerstammtisches zugänglich zu machen – wir halten Sie auf dem Laufenden!

Foto: IHK München

Pia Löffler beim 28. Unternehmer-Stammtisch in Laim

Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht, Medienrecht, Wettbewerbsrecht, Markenrecht, Datenschutzrecht, Telekommunikations- und Rundfunkrecht – die Liste der Gesetzbücher ist lang, die Unternehmer bei ihren Aktivitäten im Internet bewusst oder versehentlich missachten können. Und es sind beileibe nicht nur die bösen Filesharer, die für illegale Downloads belangt werden, immer wieder trifft es unbescholtene Bürger, die die komplexen juristischen Regelungen im Internet nicht verstanden haben – und die ein gefundenes Fressen für die abmahnende Zunft sind.

Das Internet ist eben nicht – wie so oft vermutet – ein rechtsfreier Raum, ganz im Gegenteil, kaum ein Teil des öffentlichen Lebens ist in Deutschland derart reglementiert. Pia Löffler, Rechtsanwältin und Expertin für Medienrecht mit langjähriger Praxiserfahrung aus großen Musikkonzernen gab einen spannenden Überblick über die gesetzlichen Regelungen sowie deren Wechselwirkung. Am Beispiel von Text, Foto und Musik – also dem urheberrechtlich geschütztem Werk – zeigte sie Fallstricke auf, erklärte aber auch anschaulich und auch für Nicht-Juristen verständlich die Ausnahmen. Und mit welchen Argumenten sich klein- und mittelständische Unternehmer gegen unberechtigte Abmahnungen, Unterlassungserklärungen und Schadensersatzforderungen zur Wehr setzen können.

Ein interessanter Abend für Unternehmer aus dem Münchner Westen, der naturgemäß viele Fragen aufgeworfen hat – auch nach ihrem Referat war Pia Löffler dicht umlagert und mußte auf ganz individuelle Fragen zum Internetrecht eingehen. Weitere Informationen zum Thema Medienrecht gibt es auf der Homepage der Kanzlei Pia Löffler. Die Folien zum Referat können Sie sich wie immer zum Nachlesen hier herunterladen.

Der nächste Unternehmerstammtisch findet am 29. März statt – auch für diesen Abend wird bereits ein spannendes Thema vorbereitet.

Brasilien im Aufschwung

Brasilien. Schon der Name zaubert vielen von uns ein Lächeln ins Gesicht, wer denkt da nicht an endlose Palmenstrände, Karneval, schöne Frauen und leichtes Leben. Obgleich alles genannte mehr als zutreffend ist, ist das große Land im Süden des amerikanischen Kontinents mittlerweile ein wirtschaftlicher Riese, der mehr zu bieten hat, als ein bisschen Tourismus und Vergnügen für zahlungskräftige Europäer.

Brasilien ist ein Land voller Widersprüche – und jetzt ist auch noch ein Wirtschaftswunder hinzugekommen. Das Bruttoinlandsprodukt ist im vergangenen Jahr um 5,5 Prozent gewachsen, im Vorjahr waren es gar 7,7 Prozent. Sowohl in den Metropolen als auch in Provinz- und Peripheriestädten ist ein Bauboom ausgebrochen. Überall herrscht ein geschäftiges Treiben – aber anders als in China oder anderen von europäischen Unternehmen bevorzugten verlängerten Werkbänken scheint die Teilhabe der Allgemeinheit am wirtschaftlichen Erfolg größer: Mächtige Gewerkschaften sorgen für vergleichsweise ordentliche Löhne, aber auch Klein- und mittelständische Betriebe bezahlen ihre Angestellten vernünftig, der wirtschaftliche Aufschwung erreicht so auch untere und unterste Schichten.

Der Brasilianer verfügt über Einkünfte – und die wollen ausgegeben werden. Das Land aber nur als neuen, riesigen Absatzmarkt zu betrachten, wäre recht kurzsichtig. Die europäisch geprägten südlichen Bundesländer produzieren Stückzahlen und Qualität, die der mitteleuropäischen Wirtschaft durchaus das Wasser reichen kann. Gut ausgebildete und gut bezahlte Spezialisten sorgen dafür, das der Wirtschaftsmotor am Laufen bleibt, das Schul- und Universitätssystem im Süden des Landes darf als vorbildlich bezeichnet werden.

Zudem bieten sich Unternehmensgründern Bedingungen, von denen man hierzulande nur träumen kann: Überschaubare Steuern, kaum Reglementierung, dafür aber auch keine bürokratisch gesteuerten Fördertöpfe. Man muss aber auch keine Millionen in die Hand nehmen, um eine florierende Firma aus der Taufe zu heben, die typischen Unternehmereigenschaften reichen in der Regel aus.

Valmor Indústrial Têxtil Ltda

Einige dieser Durchstarter durfte ich auf meiner Brasilienreise kennenlernen, ganz besonders ins Herz geschlossen habe ich Valmor Dandolini, Kleider- und Hemdenhersteller aus Blumenau in Santa Catarina, der an verschiedenen Standorten Konfektionsbekleidung von herausragender Qualität produziert. Unter der Marke VALMOR kommt vom Garn über die Stoffherstellung bis zum Endprodukt alles aus seinem Haus, in nur viereinhalb Jahren hat Dandolini ein Unternehmen mit rund 400 Mitarbeitern aufgebaut. Startkapital war im Übrigen das verkaufte Auto der Ehefrau.

Modernste Maschinen, flache Organisationshierarchien, aber auch ein bestechendes Qualitätsmanagement und hohe soziale Standards sorgen in dem Familienunternehmen Valmor Indústrial Têxtil Ltda für motivierte Mitarbeiter und hochwertige Produkte, die in ganz Brasilien, aber auch in die USA und nach Europa verkauft werden. Dabei wird alle 4 Monate eine neue Kollektion ins Leben gerufen, damit toppt der Blumenauer mit italienischen Wurzeln sogar Bekleidungsriesen wie C&A oder H&M – die zudem unter menschenunwürdigen Bedingungen in China und Südostasien produzieren lassen.

Valmor Trademark

Dandolini gehört zu einer Unternehmergeneration, die in den letzten Jahren dazu beigetragen haben, Brasilien von einem „Dritte-Welt-Land“ an die wirtschaftliche Weltspitze zu katapultieren. Andererseits bietet der wirtschaftlich gesunde Süden des Landes beste Bedingungen für eine florierende Unternehmensentwicklung, teilweise mit Rahmenbedingungen, von denen deutsche Unternehmer nur träumen können.

Gleichwohl hat Brasilien noch große Aufgaben vor sich – ganz besonders bei Infrastruktur, Umweltschutz, aber auch bei der Beseitigung von nach wie vor unfassbaren sozialen Missständen – besonders in den Mega-Metropolen wie São Paulo oder Rio de Janeiro. Aber Brasilien ist keine Bananenrepublik, sondern eine gestandene Demokratie und ein Land, das von seinen Bewohnern geliebt wird. Und mit mittelständischen Unternehmern wie Valmor Dandolini kann die Zukunft des riesigen Landes für alle gewinnbringend gestaltet werden.

Michael Schmidt (derzeit in Blumenau SC Brasil)