Digitaler Minimalismus im Fokus – Nina Pagett beim 117. Unternehmerstammtisch in Laim

Am 28. Mai 2026 versammelten sich die Mitglieder und Gäste des Unternehmerstammtisches in Laim zu einem Thema, das im Zeitalter der ständigen Erreichbarkeit aktueller denn je ist: „Digital Detox und Digitaler Minimalismus“. Als Referentin durften wir Nina Pagett begrüßen, die das Thema sowohl aus ihrer professionellen Perspektive aus der Ergotherapie als auch durch persönliche Praxiserfahrungen beleuchtete.

Die Balance zwischen Verzicht und bewusster Nutzung

Der Vortrag verdeutlichte eindrucksvoll den Unterschied zwischen zwei gängigen Ansätzen:

  • Digital Detox: Ein strenger Ansatz, der oft schwer im Alltag umzusetzen ist, aber als radikale „digitale Pause“ kurzfristig sehr effektiv sein kann.
  • Digitaler Minimalismus: Ein flexiblerer, wissenschaftlich fundierter Ansatz (u. a. nach Cal Newport), der auf eine nachhaltige digitale Balance abzielt.

Nina Pagett betonte, dass es nicht um den vollständigen Verzicht gehen muss, sondern um die Reduktion digitaler Reize und die Entwicklung eines reflektierten Nutzungsverhaltens.

Selbstfürsorge als Basis

Ein zentraler Punkt des Abends war die Verknüpfung von Medienkonsum und Selbstfürsorge. Anhand der „8 Säulen der Selbstfürsorge“ (nach A. Hochbahn) wurde aufgezeigt, wie stark unsere digitale Zeit verschiedene Lebensbereiche beeinflusst:

  • Körperlich & Emotional: Einfluss auf Schlaf, Bewegung und Stressmanagement.
  • Sozial & Arbeitsbezogen: Die Bedeutung von Grenzen, echter Kommunikation und bewussten Pausen zur Abgrenzung.

Messbare Erfolge: Zeitgewinn und Wohlbefinden

Dass digitaler Minimalismus keine reine Theorie ist, belegten die vorgestellten Ergebnisse einer durchgeführten Intervention. Durch Methoden wie die Analyse des Medienkonsums und die bewusste Messung der Bildschirmzeit konnten beachtliche Effekte erzielt werden:

  • Zeitgewinn: Teilnehmer konnten durchschnittlich 2 bis 3 Stunden pro Woche an Zeit zurückgewinnen.
  • Qualitative Zeit: Diese gewonnene Zeit wurde für wertvolle neue Aktivitäten genutzt, wie etwa Qi Gong oder Fahrradfahren ohne Leistungsdruck.
  • Nutzungsrückgang: Statistiken zeigten, dass die Nutzung sozialer Netzwerke nach einer initialen Reduktion stabil auf einem deutlich niedrigeren Niveau blieb.

Herausforderungen und Praxistipps

Trotz der positiven Effekte (wie Stressreduktion und innere Ruhe) verschwieg die Referentin nicht die Hürden. Besonders der soziale Erwartungsdruck im Umfeld und der Drang, aktuelle Ereignisse nicht zu verpassen („Informationsbedarf“), stellen Herausforderungen dar.

Nina Pagetts Handlungsempfehlungen für den Alltag:

  1. Regelmäßige Reflexion: Hinterfragen Sie Ihre digitalen Gewohnheiten konsequent.
  2. Digitales Ausmisten: Entfernen Sie unnötige Apps von Ihren Geräten.
  3. Bedürfnisorientierung: Richten Sie die Nutzung Ihrer Endgeräte an Ihren tatsächlichen persönlichen Bedürfnissen aus.

Der 117. Unternehmerstammtisch hat gezeigt: Ein bewusster Umgang mit digitalen Medien ist entscheidend für die mentale Gesundheit und persönliche Entwicklung. Die Erkenntnis, dass Reduktion ohne spürbaren Verlust möglich ist, war für viele Teilnehmer ein motivierender Impuls für das eigene Zeitmanagement.

Wir bedanken uns herzlich bei Nina Pagett für diesen inspirierenden Vortrag und die praxisnahen Einblicke! Und natürlich geht unser Dank ans Team vom „Da Wirtshauser“, die uns wieder freundlich und zuvorkommend umsorgt haben.

Die Folien „Digitaler Minimalismus – Reduktion digitaler Reize und Selbstfürsorge“ von Nina Pagett (März 2026) können Sie sich hier herunterladen.









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